Zukunftstechnologie CFK-Leichtbau auf dem Weg zur Massenmarkt

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Rund 400 internationale Experten beraten Fortschritte und Herausforderungen der CFK-Industrie Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoffe - kurz CFK - sind schon heute aus dem Kreis der Leichtbauwerkstoffe kaum wegzudenken. Dies gilt vor allem in Nischenanwendungen, wie dem Rennsport. Sie auch im Massenmarkt zu etablieren, ist das Ziel des Kompetenz-Clusters CFK-Valley Stade.

Prof. Dr.-Ing. A. Herrmann (CFK-Valley Stade e.V.)

Mit dem zweitägigen Fachkongress CFK-Valley Stade Convention macht das Kompetenz-Cluster darüber hinaus die Technologiekompetenz der Region Stade international sichtbar, schafft neue Kontakte und informiert über aktuelle Entwicklungen.

Im Fokus der von Prof. Dr. Axel Herrmann eröffneten Zweiten Internationalen CFK-Valley Stade Convention am 25. und 26. Juni standen Wege zum Übergang von der heutigen Manufaktur zur industriellen Fertigung. Prof. Herrmann betonte die herausragende Bedeutung des Technologiestandortes Stade für diesen Entwicklungsschritt.

Dr. D. Meiners (AIRBUS, Stade)

Dr. Dieter Meiners, Airbus-Werkschef aus Stade wies in seiner Eröffnungsrede die Zielrichtung der Entwicklung auf: Die weitere Reduzierung der Fertigungskosten für CFK-Leichtbausttrukturen! So wird der Anteil von hochfesten Kohlenstofffaserverbünden in zukünftigen Airbus-Modellen weiter steigen können. Von heute im doppelstöckigen A 380 mit rund einem Viertel, auf über die Hälfte beim zukünftigen A 350.

Dr. G. Weber (AIRBUS Executive Committee)

Jedes Kilo Gewichtsreduktion durch CFK, spart im täglichen Betrieb kostbaren Treibstoff – ein wesentlicher Vorteil im globalen Wettbewerb. Die Entwicklung der CFK-Leichtbautechnologie ist somit auch strategischer Erfolgsfaktor für Airbus, wie Dr. Gerald Weber von Airbus Deutschland deutlich machte.

Ein Masseneinsatz von CFK-Leichtbau im Automobilbau wird darüber hinaus erheblich zur Erreichung zur Klimaschutzziele der Bundesregierung beitragen können und ist daher auch ein erklärtes Ziel des Kompetenzclusters. Dies wird zukünftig auch durch das neue CFK-Forschungszentrum Nord in Stade unterstützt, dessen Grundsteinlegung noch 2008 erfolgen wird.

Award-winner O. Grundmann

Wesentlicher Zukunftsaspekt des CFK-Leichtbaus ist die Herstellung eines lückenlosen Stoffkreislaufes. Für ein entsprechendes Verfahren zur Wiedergewinnung wertvoller Kohlenstofffasern aus CFK-Abfällen erhielt Oliver Grundmann von der CFK Valley Stade Recycling GmbH & Co. KG den diesjährigen „Composite Innovation Award“.

Ministerialdirigent Thomas Krömer, Koordinator des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums für Maritime Wirtschaft, Luft- und Raumfahrtindustrie überbrachte den mit einem Stipendium für ein Masterstudium an der PFH Göttingen im Wert von 18.000 € dotierten Preis. Ministerialdirigent Krömer charakterisierte dabei CFK als das Material der mobilen Zukunft.

In 14 hochinteressanten Vorträgen widmeten sich internationale Experten aus Forschung und Industrie neuen Ansätzen und den erzielten Erfolgen bei der weiteren Verbesserung der Produktionsverfahren und Werkzeuge, als auch der Qualitätssicherung.
So berichtete beispielsweise Tjerk de Vries, Airbus Deutschland über die Fertigung von tragenden Konstruktionselementen aus CFK beim A 400M. Oliver Guillermin, VISTAGY Inc., Waltham (MA, USA) zeigte neue Möglichkeiten der optimierten Verbundwerkstoffentwicklung durch spezialisierte computergestützte Entwicklungsumgebungen auf.
Der Industrialisierung des CFK-Fertigungsprozesses widmete sich der Vortrag von Dr. Paul Fideu und Clemens Hein von der Stader Composite Technology Center GmbH.
Tobias Ströhlein vom German Aerospace Center (Institute of Strutures and Adaptive Systems), Brunswick und Dr. Rudolf Emmerich vom Fraunhofer ICT, Pfinztal thematisierten in ihren Vorträgen innovative Erwärmungsmethoden zum einen durch Induktion und zum anderen mit Hilfe der Mikrowellentechnologie.

Parallel zum Vortragsprogramm stellten 44 nationale und internationale Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf der CFK Stade Convention Ausstellung ihr Leistungspotential von der Entwicklung bis zur Fertigung Kohlenstofffaserverstärkter Produkte vor.
Dabei knüpften über 90 Prozent der befragten Teilnehmer und Aussteller erfolgreich Geschäftskontakte.

Auch die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz. Der wissenschaftlich-technische Beitrag den die niedersächsische Region Stade für die Industrialisierung der Zukunftstechnologie CFK-Leichtbau international leistet, wurde mit der CFK Stade Convention aufs Neue erlebbar.